Morphographische Karten

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Reliefklassifikationen und -gliederungen durch (Geo-)Morphographische Karten

Wie bereits einleitend unter 'Relief' erwähnt, wird das Verbreitungsmuster vieler Geofaktoren (z.B. Boden, Klima, Vegetation) maßgeblich vom Relief bestimmt. Desweiteren zeichnet das Relief oft Grenzen, z.B. Gesteins- und Bodengrenzen, nach. Eine sinnvolle, landschaftsökologisch relevante Gliederung des Reliefs (durch Morphographische Karten) kann somit wichtige Hinweise für die Verbreitung des Bodens, der Vegetation, des Gesteins, etc. liefern.

Morphographische Karten basieren ausschließlich auf Digitalen Geländemodellen (DGM), die - auch in hohen Auflösungen - für viele Gebiete der Erde zur Verfügung stehen. Morphographische Karten sind oft die einzige Hilfe, wenn andere Eingangsdaten (vgl. 'Rohdaten') fehlen.

Morphographische Karten bestehen prinzipiell aus verschiedenen Kombinationen von 'Morphographischen Reliefeinheiten' mit 'lokalen morphometrischen Reliefparametern' und/oder 'komplexen Reliefparametern'. Die Kombination der Morphographischen Reliefeinheiten (klassifizierte Reliefformen) mit den metrischen Daten der Reliefparameter wird über Clusteranalysen realisiert, wobei sich vielfältig Kombinationsmöglichkeiten ergeben. Die Auswahl der Reliefeinheiten und -parameter bzw. der Cluster erfolgt i.d.R. deduktiv an Hand der Fragestellung/Anwendung bzw. nach den Wünschen der Auftraggeber.

Im folgenden finden Sie einige Beispiele für Morphographische Karten, wie sie exklusiv nur von der scilands GmbH erstellt werden können:

Bsp. "Geomorphographische Karte von Thüringen" (GMK25)

Im Auftrag der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) wurde Anfang 2002 die GMK25 von Thüringen von der scilands GmbH erstellt. Als Datengrundlage diente das ebenfalls von der scilands GmbH erstellte DGM25 von Thüringen, in 25 Meter Auflösung. Die GMK25 sollte insbesondere zur Unterstützung der Erstellung von Bodenkarten im Maßstab 1 : 25.000 dienen. Wie bei vorangegangenen Projekten (GMK1000 Deutschland, GMK50 Niedersachsen) wurde die automatisierte Klassifizierung der Rasterzellen mit Hilfe der Clusteranalyse realisiert. Eine vorher getroffenen Gliederung der Landesfläche in verschiedene Landschaftsteilräume (Thüringer Becken, Mesozoisches Bergland, Schiefergebirge und Thüringer Wald) optimierte die Ergebnisse der Reliefanalyse.

Aufgrund der hohen Auflösung des DGM konnten bei der GMK25 von Thüringen Kleinformen des Reliefs wie Hangdellen oder -riedel als eigene Legendeneinheit ausgewiesen werden. Dabei wurde eine Feineinstellung der Reliefgliederung der 'Kategorie 2' verwendet. Auch führten Weiterentwicklungen der Reliefanalysewerkzeuge der scilands GmbH zu einer verbesserten Gliederung bestimmter Reliefeinheiten, wie z.B. die Unterteilung der Senkenbereiche nach dem Längsgefälle der Taltiefenlinie.

Weiter unten auf dieser Seite findet sich Beispiele (mit Abbildungen) aus der GMK25 von Thüringen.

Bsp. "Geomorphographische Karte von Niedersachsen" (GMK50)

Die GMK50 von Niedersachsen wurde im Jahr 2001 im Auftrag des Niedersächsischen Landesamtes für Bodenforschung (NLfB) u.a. zur Erstellung, Verbesserung und Korrektur von Bodenkarten im Maßstab 1 : 50.000 erstellt. Die Datengrundlage für die GMK50 bildet eine korrigierte (entrundete - Erläuterungen hier) Version des sog. DGM50 der "Landesvermessung + Geobasisinformation Niedersachsen (LGN)" mit 50 m Rasterweite. Die GMK50 hat somit eine räumliche Auflösung von 50 m.

Auf Grund der unterschiedlichen Genese des Reliefs wurde die Landesfläche Niedersachsens zur Optimierung der Clusteranalyse in 3 verschiedene Landschaftseinheiten unterteilt: Bergland, Flachland und der Ostfriesisch-Ammerländische Geestrücken. Die "Senkenbereiche" (Talauen, Niederterrassen, Niedermoore, usw.) nehmen eine Sonderstellung ein, da sie in gesamten Landesfläche morphometrisch recht einheitlich ausgeprägt sind. Die Landschaftsgliederung erfolgte auf der Basis der morphometrischen Reliefparameter Höhe üb. NN und Reliefenergie sowie auf der Grundlage von bodenkundlichen und geologischen Karten. Die Morphographischen Reliefeinheiten der Kategorie 1 (Senkenbereiche, Scheitelbereiche und Hänge) geben die Grobgliederung der GMK vor. In Abhängigkeit von der Landschaftseinheit (s.o.) wurden die Morphographischen Reliefeinheiten mit den morphometrischen Reliefparametern "Höhe über NN", "Hangneigung" und "Höhe über Tiefenlinie" via Clusteranalyse kombiniert.

Weiter unten auf dieser Seite findet sich ein Beispiel (mit Abbildungen) aus der GMK50 von Niedersachsen.

Bsp. "Geomorphographische Karte von Deutschland" (GMK1000)

Aufgrund administrativer Unklarheiten, die nicht in unseren Händen liegen, ist es bisher nicht möglich, Beispielabbildungen der GMK1000 von Deutschland (Rasterweite 250 m) zu präsentieren. Wir hoffen, daß sich das in Kürze ändern wird.

 

 

Geomorphographische Karten

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Ausschnitt (1) aus der Geomorphographischen Karte von Thüringen (GMK 25)

Dargestellt ist ein Ausschnitt aus dem Mesozoischen Bergland im Nordwesten Thüringens im Bereich der großen Muschelkalkschichtstufe. Diese bildet die markanten Höhenzüge Hainleite, Dün und Hainich. Im Ausschnitt der Übergang von Hainleite (westlich) zum Dün (südöstlich) mit vorgelagerten Zeugenbergen.

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Ausschnitt (2) aus der Geomorphographischen Karte von Thüringen (GMK 25)

Im zentralen Bereich Thüringens dehnt sich eine weite Beckenlandschaft: das Thüringer Becken. Dargestellt ist ein Ausschnitt aus dem südwestlichen Teil des Beckens, wo eine Muschelkalkaufwölbung (die Fahnersche Höhe westlich von Erfurt) die weitgehend flache, lößbedeckte Mulde unterbricht.

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Anwendungsbeispiele: z.B. Unterstützung bei der Erstellung und Verbesserung von Bodenkarten


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Ausschnitt (1) aus der Geomorphographischen Karte von Niedersachsen (GMK 50)

Der Ausschnitt zeigt einen Teil des Niedersächsischen Berglandes im Kontaktbereich zum Norddeutschen Tiefland. Im Zentrum des Ausschnittes liegt der niedersächsische Teil des Harz, umgeben von einer reich strukturierten Schichtkamm- und -stufenlandschaft.

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Anwendungsbeispiele: z.B. Unterstützung bei der Erstellung und Verbesserung von Bodenkarten


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Geomorphographische Karte (GMK5) des Versuchsgutes Scheyern

Weiteres Beispiel für eine clusteranalytisch erzeugte Geomorphographische Karte (Rasterweite 5 m) aus dem oberbayerischen Tertiärhügelland

Die Karte wurde erstellt für Dr. Michael Sommer (GSF/FAM).

Anwendungsbeispiele: Standortsbeurteilung für Anwendungen im 'precision farming'